Verantwortung übernehmen
Wenn der Charakter auf die Probe gestellt wird
"Alt gewordenen Pferden das Gnadenbrot zu geben
und Hunden nicht nur, wenn sie jung sind,
sondern auch im Alter Pflege angedeihen zu lassen,
ist Ehrenpflicht eines guten Menschen."
Um unsere Seiten zu beschreiben, bringt es dieses Zitat des römischen Feldherrn, Geschichtsschreibers, Schriftstellers und Staatsmanns Marcus Porcius Cato Censorius (* 234 v. Chr.; † 149 v. Chr.) wohl auf den Punkt. Etwa 15 Jahrhunderte sind nun seit dieser Epoche der Geschichte vergangen und die Menschheit sollte sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt haben. Doch hat sie das wirklich? Ich für meinen Teil bezweifle das, aber das ist eine andere Geschichte.

Wofür steht nun unsere Der gebrauchte Hund.de? Um diese Frage zu beantworten, hole ich mal etwas aus. Wenn ein Hund vom Tierschutz in die Hände seiner neuen Besitzer übergeben wird, so geht damit eine sehr große Verantwortung auf eben diese Menschen über. Fortan zeichnen sie alleine für das weitere Leben dieses Hundes in jeglicher Hinsicht verantwortlich, und zwar sein ganzes Hundeleben lang. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, oder? Gerade deshalb hat man sich ja vor der Entscheidung für einen Schützling vom Tierschutz, bereits im Vorfeld der Übergabe mit den Charaktereigenschaften dieses Individuums intensiv auseinandergesetzt. Passt diese Rasse oder auch die Mischung hinsichtlich Charakters und rassespezifischen Eigenschaften in meinen Alltag? Wie sieht seine Vorgeschichte aus? Was ist mit der Verträglichkeit gegenüber Artgenossen oder Menschen? Kann ich mir diesen Hund überhaupt leisten? Passt dieser Hund überhaupt in meine Wohnsituation? Was passiert, wenn er krank wird, oder sich gar schwer verletzt? Wer springt ein, sollte ich selbst mal ausfallen? Kann ich eventuell anfallende Tierarztkosten tatsächlich bedienen? In der Tat haben wir selbst uns ordentlich auf den Prüfstand gestellt und mal gehörig gewogen. Nachdem man alle Fragen positiv, vor allem aber auch belastbar beantworten kann, steht dem Einzug des neuen Familienmitglieds nichts mehr im Wege.

Die verborgene Welt hinter dem Offensichtlichen
Nun, ich glaube wohl eher nicht! Oder warum platzen die Tierheime aus allen Nähten. Warum gehen die meisten Tierschutz-Organisationen aufgrund der stetig steigenden Anzahl ihrer Schützlinge auf dem Zahnfleisch? Ich werde konkreter. Wie konnte es sein, dass unser mittlerweile 12-jähriges Familienmitglied Terry vor 10 Jahren, als gerade mal 2-jähriger Terrier-Jagdhund-Mischling vor seiner Übergabe an uns bereits den Nimbus eines Unvermittelbaren besaß? Wir waren in der Tat seine letzte Option auf Vermittlung gewesen. Zuvor war er bereits diverse Male vermittelt gewesen, doch bereits nach kürzester Zeit, einmal sogar noch am gleichen Tag, wieder an den Tierschutz zurückgegeben worden. Und das, obwohl man seine Interessenten zuvor auf seine „besonderen Charaktereigenschaften“ ausführlich hingewiesen hatte. Ich kann es mir lebhaft vorstellen. Da sind die Eltern mit den Kleinen an der Box vorbeigegangen, und da war dieser goldige Kerl mit den lustigen Klappohren und den warmen braunen Augen. Mittelgroß und ein ansprechendes Körpergewicht von 17 Kilogramm. Die Gassi-Gänge mit diesem schneidigen Hund sind in diesen Fällen wohl problemlos verlaufen. Es war das Bild dieses goldigen Kerls gewesen, für welches sich diese Menschen entschieden hatten. Man sah das, was man eben sehen wollte. Alles andere hatte man wohl hinten angestellt. Der Preis für diese Torheit war in allen Fällen ein sehr schmerzhafter gewesen. Vor allem aber waren es weitere negative Erfahrungen für einen eh schon vorbelasteten Hund gewesen!
Zufall ist keine Option
Wie bereits auf Terrys Seiten beschrieben, hatten wir uns nach Jasons Tod ganz gezielt auf die Suche nach einem Terrier oder Terrier-Mix gemacht. Trotz aller Erfahrung hatten wir uns zuvor intensiv mit den Charaktereigenschaften der Terrier auseinandergesetzt. Denn bei Terriern handelt es sich weder, so wie bei unseren bisherigen Familienhunden, weder um Hütehunde noch um Schutzhunde. Und natürlich gehen sie unter ihresgleichen alles andere als Sozialdemokraten zu Werke. Doch vor allem hatten wir uns mit seiner Vergangenheit intensiv auseinandergesetzt. Auf den Straßen Zagrebs aufgegriffen und greift insbesondere Männer an. Dass auch Gassi-Gängerinnen, Interessenten und sogar Tierpflegerinnen von ihm gebissen worden waren, hatte man uns ebenfalls berichtet. Dass es sich bei Terry keinesfalls um einen a priori gefährlichen Hund handelte, galt allerdings als gesichert. Seine Lebenserfahrung auf den Straßen Zagrebs hatte ihn geprägt, negativ geprägt. Ich will mir nicht ausmalen, was Terry erlebt haben musste, um sich dieses aggressive Verhalten zu verinnerlichen. Letztendlich wurde uns Terry nur deshalb übergeben, weil wir Erfahrungen mit „besonderen Hunden“ besaßen. Dessen ungeachtet waren insbesondere die Interaktionen zwischen Terry und mir bei den Treffen im Tierheim von der Chefin des Hundehauses genauestens beobachtet worden.

Doch das waren mit Sicherheit nicht die einzigen Unterschiede gewesen, welche den großen Unterschied zwischen uns und den vorigen Interessenten ausgemacht hatten. Denn auch ich sollte schon sehr bald mit den Folgen von Terrys Vergangenheit handfest konfrontiert werden. Spätestens nachdem mich Terry am Folgetag der Übernahme angegriffen- und ordentlich bluten ließ, stand außer Frage, dass wir einen weiteren „besonderen Hund“ übernommen hatten. Ihn wieder an das Tierheim zurückzugeben, war für uns keine Option gewesen. Denn in diesem Fall wäre er, wie angekündigt, direkt aus der Vermittlung genommen worden. Als Zweijähriger aus der Vermittlung genommen worden. Fest stand, dass Terry Menschen wie uns dringend benötigte. Schaut doch mal auf Terrys Seiten vorbei und stöbert Euch durch unsere Geschichte. Auch Terry hatte in unserer Mitte eine Entwicklung zum Positiven durchlaufen, deren Ausmaß selbst seine einstigen Pfleger im Tierheim verblüffen sollte.